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Island #1

Ein Reisetagebuch. Teil Eins.

Dienstag, 16.08.2016 – Von Wien nach Reykjavik

Der Rucksack war voll: Zelt, Schlafsack, Iso-Matte, Kleidung, Wanderschuhe und sonstige Ausrüstung waren für 14 Tage gepackt. Beim Anblick meines Monstrums freundete ich mich bereits geistig mit Rückenschmerzen an. Die Reise ging endlich los in Richtung Schwechat wo wir abends das Flugzeug Richtung Norden bestiegen.

Am Flughafen Reykjavík kauften wir uns ein Busticket ins Zentrum. Die Fahrt in die Stadt dauerte 45 Minuten. Irgendwann nach 2:00 Uhr klopften wir an die Tür von Ágúst, der uns im Morgenmantel die unabgeschlossene Türe öffnete. Er zeigte uns das Zimmer, erklärte alles nötige und entschuldigte sich für das miese Wetter. Wie wir später herausfinden sollten, zwei typische Dinge in Island.

Mittwoch, 17.08.2016 – Reykjavik

Am nächsten Morgen entschieden wir uns für ein Frühstück im Reykjavík Roasters, das direkt um die Ecke lag. Das Café ist klein, altmodisch eingerichtet und war an diesem Morgen voll mit Menschen. Wir entschieden uns für ein veganes Hafer Porridge und Kaffee. Nach dem Frühstück, wieder draußen, bemerkten wir erst, wie zentrumsnah unsere Unterkunft eigentlich lag. Das Haus befindet sich zwischen den beiden Haupteinkaufsstraßen Laugavegur und Skólavörðustigur und nur zwei Gehminuten von der Hallgrímskirkja entfernt. Diese wollten wir uns als nächstes anschauen. Von oben hat man einen großartigen Ausblick über Reykjavík und obwohl die Liftfahrt 7 Euro kostet, war es das Geld wert.

Wir unternahmen einen Spaziergang, vorbei an witzigen Lokalen, mit Spielfiguren dekorierten Straßenschildern und unzähligen Souvenirläden. Weiter zum Rathaus und dem Parlament, welche beide im Vergleich zu den Wiener Äquivalenten geradezu winzig und unscheinbar wirken. Generell ist ganz Reykjavík sehr klein. Für isländische Verhältnisse eine Großstadt (ein Drittel aller Isländer lebt dort), für uns Österreicher aber vergleichbar mit einer Bezirkshauptstadt. Nach einer kurzen Stärkung machten wir uns auf zum berüchtigtem Phallus-Museum. Dort kann man für 12 Euro pro Person eine ganze Menge Penisse betrachten, der Großteil davon eingelegt in Gläsern. Die meisten stammen von Walen, aber auch von Mäusen, Katzen und Pferden sind Exemplare vorhanden. Und selbstredend ein Penis eines über 90-jährigen Menschen, der genauso aussieht wie man ihn sich vorstellt. Fazit: Ganz witziges und skurriles Museum, zurecht eine obligatorische Station in Reykjavík.

Donnerstag, 18.08.2016 – Reykjavik

Erste Station des zweiten Tages war die Sólfar, eine schiffähnliche Skulptur am Nordufer der Stadt. Der erste Blick auf die Landschaft am Horizont war vielversprechend und wir freuten uns schon auf die kommenden Tage in der Natur. Wir spazierten am Ufer entlang, weiter zur Harpa, dem gläsernen Konzerthaus und zur Landakotskirkja im Westen der Stadt, die auf einem Hügel steht und die wir schon von weitem sehen konnten. Unterwegs trafen wir eine sehr zutrauliche Katze auf der Straße – die erste von vielen auf unserer Reise. Tatsächlich gehören freilaufende Katzen zum typischen Stadtbild Reykjavíks.

Die Landakotskirkja (verwirrenderweise manchmal auch Domkirkja genannt, von der es noch eine zweite gibt) ist die größte katholische Kirche in ganz Island. Der Baustil scheint überhaupt nicht zur Stadt zu passen und erinnert eher an eine englische Kirche. Wieder in der Haupteinkaufsstraße Laugarvegurließen wir uns vom auffälligen Design des Imbissladens Reyjkavík Chips zu einer Portion Pommes hinreißen. Im Nachhinein erfuhren wir, dass der Musiker Ólafur Arnalds der Besitzer des Lokals ist. Mit 7€ waren die Pommes mit Dip zwar extrem teuer, die Menge aber angemessen.

Das Wetter wurde plötzlich sehr schön und wir setzten uns auf eine Bank in die Sonne. Generell kann man sich wettermäßig niemals richtig vorbereiten, da es sich ungefähr alle 10 Minuten wieder ändert. Mit durchschnittlich 13-15 Grad tagsüber war es während unserer Reise eigentlich recht angenehm kühl, Regen gab es nur selten. Allerdings waren die Nächte teilweise sehr kalt.

Für den Abend hatten wir einen Pub-Besuch eingeplant und ließen uns ein Viking Bier schmecken. Um halb 11 Uhr – immer noch hell – gingen wir zurück in Richtung Grettisgata.

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