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Island – Der goldene Kreis und Südwesten

Island – ein Reisetagebuch. Teil Eins. Teil Zwei.

Freitag, 19.08.2016 – Goldener Kreis und Südwesten

Früh morgens holten wir unser Auto: einen Suzuki Jimny. Klein, klapprig, laut und mit dem allernötigsten ausgestattet. Genau was wir wollten. Unkompliziert und unseren Ansprüchen entsprechend. Nach einer Dreiviertelstunde erreichten wir Þingvellir. Der Ort war sehr gut besucht und der Parkplatz dementsprechend voll. Bei Þingvellir handelt es sich um die Stelle, an der die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aufeinander treffen.

Pingvellir Kontinentalplatte Rundreise wienergrün Blog
Pingvellir Kontinentalplatte Island Rundreise wienergrün Blog

Wir fuhren weiter zum Geysir, wo uns ebenfalls sehr viele Touristen erwarteten. Wir betraten eine dampfende, steinige Fläche, die mit kleinen Bächen durchzogen ist, welche in blubbernden Löchern münden und nach Schwefel stinken. Am Litli Geysir vorbei, kommt man zum etwas größeren Strokkur: ein Geysir der etwa alle drei bis vier Minuten ausbricht. Gleich daneben liegt der Große Geysir, welcher der Namensgeber aller Geysire ist, aber leider nur sehr selten aktiv wird (so ähnlich wie wir beide auch).

Strokkur Geysir Island Rundreise wienergrün Blog

Unsere nächste Station und gleichzeitig Highlight des Tages war der Wasserfall Gullfoss, ein sehr mächtiges, großes und lautes Naturschauspiel. Danach ging es weiter zum Krater Kerið. Hier war weit weniger los als bei den vorhergehenden Orten. Also definitiv einen Besuch wert.

Gullfoss Wasserfall Island Rundreise wienergrün Blog
Gullfoss Wasserfall Rundreise wienergrün Blog
Kerid Krater Rundreise wienergrün Blog

Die anschließende Weiterfahrt Richtung Grindavík eröffnete uns eine Moos-Lava-Landschaft direkt am Meer. Wir stoppten kurz am Straßenrand um wilde Heidelbeeren zu pflücken, die übrigens auf der ganzen Insel wachsen. In Grindavík angekommen suchten wir nach einem Campingplatz. Wir wurden sehr schnell fündig, bauten das Zelt für die Nacht auf und machten uns dann auf zur nahegelegenen Blauen Lagune. Die Landschaft auf der Fahrt dorthin war sehr skurril und wir kamen uns vor wie auf dem Mars.

Wir wussten schon im Vorhinein, dass die Blaue Lagune gut besucht sein würde, da die Tickets mit genauer Uhrzeit vorher gekauft werden mussten. Wir freuten uns dennoch sehr darauf, uns in dem warmen türkisblauen Wasser treiben zu lassen und der Kälte in Island zu trotzen.

Samstag, 20.08.2016 – Südwesten und der Süden von Island

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Westen bis ans Kap der Halbinsel, zum Geothermalfeld Gunnuhver. Das Feld sieht aus wie eine dampfende rot-bronzene Steinwüste mit einem kleinen Fluss und einem Kraftwerk am Horizont. Spektakulärstes Merkmal der Gegend ist ein Loch in der Erde, aus dem eine riesige Dampfwolke unaufhörlich emporsteigt. Daneben finden sich Überreste eines Hauses, das durch die dortigen geothermalen Aktivitäten zerstört wurde. Auf dem Rückweg entdeckten wir auf einem unfreiwilligen Umweg den schönen Wasserfall Gluggafoss, wo wir fast alleine waren und eine kleine Pause einlegten.

Gunnuhver Geothermalfeld Island Rundreise wienergrün Blog
Gluggafoss Wasserfall Rundreise wienergrün Blog

Nach der Fahrt über einen löchrigen, extrem holprigen Schotterweg, auf dem wir sogar trotz 4×4 Geländewagen einige Male ins Schleudern kamen, hatten wir bald wieder Asphalt unter den Reifen. Von Weitem konnten wir schon den berühmten Wasserfall Seljalandsfoss sehen. Er fällt aus 66 Metern Höhe mit großer Wucht in ein kleines Becken. Dieser war einer von mehreren Orten auf unserer Reise, an denen die Menschenmassen unglaublich groß und anstrengend waren. Vor allem im Süden von Island fahren die Touristenbusse im Minutentakt auf und ab.

Seljalandsfoss Wasserfall Island Rundreise wienergrün Blog
Seljalandsfoss Wasserfall Rundreise wienergrün Blog

Nach Umrundung des Wasserfalls folgten wir ohne große Erwartungen den Schildern zum nächsten, nahegelegenen Wasserfall Gljufurarfoss. Wir kamen zu einem kleinen Fluss, der aus einer Höhle zu kommen schien. Von innen hörte man deutlich das Rauschen des versteckten Wasserfalls, und wir suchten uns einen Weg hinein, indem wir über ein paar Steine balancierten. Der Ort ist atemberaubend schön und eine klare Empfehlung unsererseits, da sich hier wesentlich weniger Touristen hin verirren.

Gljufurarfoss Wasserfall Rundreise wienergrün Blog

Weiter ging es auf der Ringstraße zum nächsten großen Wasserfall, dem prägnanten Skógafoss. Wie der Seljalandsfoss, scheint er auch nicht wirklich zu dem „kleinen“ Fluss zu passen zu dem er gehört. An der Seite befindet sich eine Treppe. Der Aufstieg ist anstrengend, lohnt sich aber durch einen wahnsinnigen Ausblick auf die leuchtend grüne Umgebung und das Wasser. Auch den vom Nebel umgebenen Eyjafjallajökull konnte man sehen.

Skogafoss Wasserfall Island Rundreise wienergrün Blog

Fast jeden Tag waren wir mit der Entscheidung konfrontiert, ob wir den nächstgelegenen Campingplatz nehmen oder doch noch weiterfahren sollten um Zeit zu gewinnen. Diesmal war die Entscheidung einfach, denn direkt neben dem Skógafoss gibt es einen Zeltplatz, der morgens beim Aufstehen einen unvergleichlichen Blick aus dem Zelt auf den Wasserfall versprach. Da es in Island im August etwa bis 22:30 Uhr hell ist, beschlossen wir um 20:00 noch etwas wichtiges auf unserer Liste zu erledigen.

Der inzwischen nicht mehr so geheime Seljavallalaug, angeblich Islands ältester Pool, der mit natürlich warmem Wasser gefüllt ist, war eines der Dinge auf die wir am meisten gespannt waren. Wir fuhren die Ringstraße ein Stück zurück und fuhren eine holprige Straße in die Berge hinein. Nach einigen Minuten erreichten wir einen Parkplatz. Wie beschrieben gingen wir zu Fuß weiter über einen steinigen Weg, überquerten einen Fluss und folgten Fußspuren weiter hinein in eine wunderschöne Umgebung zwischen den Bergen.

Schon nach kurzer Zeit konnten wir den Pool hinter dem Fuß eines Berges ausmachen. Ein altes rechteckiges Becken, mit kleinem weißen Häuschen dahinter, direkt daneben ein Fluss, und das alles umgeben von Bergen und Nebel. Kitschig. Wir freuten uns umso mehr, da wir uns diesen Moment mit etwa zehn anderen Leuten teilten. Wir legten unsere Sachen ab und sprangen in den Pool. Der Boden war glitschig und das Wasser grün und algig, aber herrlich warm. Eine Stunde verbrachten wir darin. Draußen war es wahnsinnig kalt und wir zögerten das Verlassen des Pools hinaus bis es dunkel wurde.

Seljavallalaug Pool Island Rundreise wienergrün Blog

Dass dieser Tag den vorherigen sogar noch toppen würde, hätten wir uns nicht gedacht. Seljavallalaug sollte einer der absoluten Höhepunkte der Reise nach Island bleiben.

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