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Island #6

Ein Reisetagebuch. Teil Eins. Teil Zwei. Teil Drei. Teil Vier. Teil Fünf.

Montag, 29.08.2016 – Osten / Reykjavik

Es war die letzte Nacht im Freien und zweifellos auch die schlimmste. Fröstelnd lagen wir die meiste Zeit wach und konnten nicht einschlafen. Beim Aufstehen war das Zelt völlig nass. Wir wundern uns heute noch, wie wir das ohne krank zu werden überstanden haben. Das Zelt verstauten wir ein letztes Mal in die Tasche. Dann machten wir uns auf den Weg in Richtung Reykjavik. Ein paar Kilometer vor Reykholt blieben wir spontan stehen und entdeckten die Hraunfossar.

Wir hielten kurz nach Reykholt an um die angeblich größte heiße Quelle Europas zu sehen. Wir sind uns nicht sicher ob wir sie gefunden haben, denn alles was wir vorfanden war ein eingezäunter Bereich aus dem Dämpfe aufstiegen. Entweder war das ganze sehr unspektakulär oder wir waren einfach am falschen Ort.

Wir kamen außerdem bei einem Selbstbedienungsstand vorbei, an dem man Erdbeeren kaufen konnte, die mit geothermaler Energie produziert wurden. Wir sahen darin die perfekte Möglichkeit, unsere letzten 303 Kronen auszugeben. Wofür sonst, wenn nicht für Essen. Die Portion war klein, somit waren es die teuersten Erdbeeren unseres Lebens.

In Borgarnes verzichteten wir aus finanziellen Gründen auf einen Museumsbesuch und schauten uns stattdessen das alte Gehöft Borg A Myrun an. Es handelt sich dabei um eine Kirche und einen Friedhof mit einem privaten Wohnhaus dazwischen. Wir spazierten am Friedhof entlang und fanden einen uralten Grabstein der noch mit Runen beschriftet war.

Wir fuhren um den Borgarfjördur herum, einer schönen Landschaft mit vielen Schafen, die oft keine Anstalten machten von der Straße zu gehen. Kurz vor Reykjavik hielten wir noch einmal für eine letzte Jause an. Zurück in Reykjavik mussten wir erfreulicherweise keinen Campingplatz, sondern unser Hostel finden. Bevor wir uns aber entspannen konnten, mussten wir noch das Auto vollgetankt zurückgeben. Nach einigen Problemen die Einfahrt in die Tiefgarage der Harpa zu finden (der Verkehr in der Hauptstadt ist nicht zu unterschätzen), parkten wir das Auto schließlich und gaben die Schlüssel ab. Die Mitarbeiterin inspizierte das Auto und meinte beim Blick auf den Kilometerstand „Wow, 3000km, nice trip!“.

Dienstag, 30.08.2016 – Reykjavik

Obwohl wir uns vorgenommen hatten, unser Bett zu genießen, wachten wir viel zu früh auf. Nach dem Frühstück sahen wir uns für einen letzten Spaziergang durch Reykjavik gewappnet, checkten kurz vor 11 Uhr aus und gaben unser Gepäck ab. Anschließend spazierten wir ein letztes Mal durch die Straßen und suchten das Kaffi Vinyl, wo wir uns Lasagne und Thai Nudeln bestellten, auf. Das Lokal besticht nicht nur durch seine wunderschöne Atmosphäre, sondern auch durch das sehr sehr leckere Essen. Weil es sich dabei um Islands einziges veganes Restaurant handelt, war dies ein Pflichtbesuch. Und sehr zu empfehlen!

Gestärkt gingen wir über zu unserer Second-Hand-Shoppingtour. Wir fanden leider nichts (Red Cross) oder überteuertes (Sputnik). Wir wollten schon aufgeben, als wir auf einen Laden etwas weiter unten an der Straße aufmerksam wurden. Fatamarkadurinn stellte sich als einer der tollsten Second-Hand Läden heraus, in denen wir jemals waren. Wir verbrachten eine gute Stunde in dem Laden und waren stolz auf unsere Beute. Am späten Nachmittag  setzten wir uns ins C is for Cookie, einem Café das zumindest veganen Apfelkuchen angeboten hat.

Gegen Abend holten wir unser Gepäck und gingen damit zum Bus Terminal, wo wir mit etwas Verspätung zum Flughafen fuhren.

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