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Neuseeland Rundreise – Die erste Woche

Neuseeland stand schon länger auf unserer „Places to visit“ Liste. In Anbetracht der Unmöglichkeit, auf nachhaltige, umweltschonende Weise dorthin zu gelangen und dem nötigen hohen Budget, haben wir lange gezögert. Den finalen, überzeugenden Anstoß gab uns schließlich ein in unserem Hauseingang liegen gelassener Reiseführer für Neuseeland. Die märchenhaft grünen Landschaften, Bilderbuchstrände und vulkanischen Gebiete überzeugten uns schlussendlich, trotz finanzieller und ökologischer Bedenken, einen dreiwöchigen Campingurlaub im Februar und März 2019 (Sommerzeit in Neuseeland) zu buchen.

Unsere Reise zur Nordinsel von Neuseeland

Los ging die Reise am Donnerstag um die Mittagszeit. Zuerst flogen wir über Frankfurt nach Shanghai. Bei unserem Zwischenstopp in China wurde bei einer Quarantäne Untersuchung unsere Körpertemperatur gemessen. Was spannend klingt, wurde unaufregend mit einem Gänsemarsch durch einen Detektor und einem Stempel auf dem Flugticket abgeschlossen. Der Weiterflug nach Auckland dauerte 11,5 Stunden. Dort angekommen wurden wir beim Gepäckband von einem Zollbeamten und seinem Hund mit den Worten „Hello, the dog just wants to smell you!“ begrüßt. Danach ging es mit Gepäck weiter zum Zoll, wo bei der Biosicherheitskontrolle in meinem Rucksack etwas Verdächtiges entdeckt wurde: unser Zelt. Die Neuseeländer haben sehr strenge Einfuhrbestimmungen. Es ist beispielsweise nicht erlaubt, Lebensmittel und „kontaminierte“ Campingausrüstung mitzubringen, die bereits einmal benutzt wurde oder dreckig ist. Unser Zelt war allerdings neu, weshalb wir schnell ins Land gelassen wurden.

Auckland Skytower wienergrün Blog

An Auckland fiel uns direkt auf, wie asiatisch geprägt diese Stadt scheint. Wir beschlossen, den Skytower (das höchste Gebäude Neuseelands) hinauf zu fahren und spazierten den restlichen Tag durch die Stadt – den Albert Park, den Universitätscampus und Mount Eden. Von dort hat man einen schönen Ausblick über die Stadt und bekommt einen ersten Eindruck über den vulkanischen Hintergrund des Landes. Besonders spannend ist auch die Pflanzenwelt. Wir entdeckten beim Herumschlendern interessante Exemplare, die bei uns nur in Gewächs- und Palmenhäusern wachsen, sowie auch riesige Bäume mit mächtigen Wurzeln.

Auckland Stadtpanorama Mount Eden wienergrün Blog
Auckland Neuseeland Monstera wienergrün Blog

Roadtrip auf der Nordinsel Neuseelands

Am nächsten Morgen wachten wir früh auf und hofften, dass uns der Jetlag im Laufe des Tages nicht all zu sehr mitnehmen würde. Immerhin handelte es sich um einen Zeitunterschied von 12 Stunden. Wir checkten aus und machten uns auf den Weg zum Autoverleih. Dort bekamen wir ein „Autoupgrade“ und sollten die nächsten 9 Tage in einem SUV die Nordinsel erkunden.

Wir waren schnell außerhalb der Stadt und konnten uns langsam an den Linksverkehr in Neuseeland gewöhnen. Die Einfahrt in den Kreisverkehr fühlte sich anfangs ziemlich falsch an. Unser erstes Ziel waren die Waipu Caves nördlich von Auckland. Nach einer kurvenreichen Schotterstraße durch den neuseeländischen Regenwald erreichten wir die dunklen Höhlen, in die wir uns mit Taschenlampen bewaffnet über Bäche und Steine hineintasteten. In völliger Dunkelheit konnten wir die Glühwürmchen beobachten, vorausgesetzt die anderen Touristen schalteten ihre nervigen Taschenlampen aus. Die leuchtenden Glühwürmchen erinnerten uns an einen Sternenhimmel.

Waipu Cave Glühwürmchenhöhle wienergrün Blog

Bei den Whangarei Falls setzten wir uns an einen Picknicktisch und aßen unser verspätetes Mittagessen. Wir fuhren weiter nach Norden, nach Kawakawa, wo es sich bei der berühmtesten Sehenswürdigkeit um eine öffentliche Toilette handelt: das letzte Bauwerk von Hundertwasser. Wir fuhren die Straße weiter Richtung Kerikeri zu den Rainbow Falls, wo unsere Suche nach einem Campingplatz erfolglos blieb und wir schließlich dazu gezwungen waren, im Auto zu schlafen.

Kerikeri Neuseeland Rainbow Falls Wasserfall wienergrün Blog
Rainbow Falls wienergrün Blog
Kawakawa Hundertwasser Toilette Neuseeland wienergrün Blog

Tagesausflug zu Cape Reinga und den Giant Sand Dunes

Nach einer recht ungemütlichen und feuchten Nacht auf Fahrer- und Beifahrersitz, gönnte sich Thomas zur Erfrischung ein morgendliches Bad im Becken der Rainbow Falls. Anschließend fuhren wir weiter bis zu Cape Reinga, der Nordwestspitze Neuseelands. In der Mythologie der Maori hat der Ort zwei wichtige Bedeutungen. Einerseits symbolisiert das Aufeinandertreffen der Tasmansee und des pazifischen Ozeans die Entstehung des Lebens, andererseits befindet sich am Kap der Ort, an dem verstorbene Seelen die Unterwelt betreten. Auf der Rückfahrt machten wir einen Abstecher zu den Giant Sand Dunes wo wir die Sanddünen bestiegen und gegen den Wind ankämpften.

Cape Reinga wienergrün Blog
Cape Reinga wienergrün Blog
Tasmansee Pazifischer Ozean Cape Reinga Neuseeland wienergrün Blog
Giant Sand Dunes wienergrün Blog

Ein Tag an den Stränden von Neuseeland

Gleich nach dem Aufwachen gingen wir zum direkt am Campingplatz liegenden Uretiti Beach um den Sonnenaufgang zu genießen. Anschließend frühstückten wir im Gras, packten unser Zelt ein und fuhren weiter in Richtung Süden. Unser nächstes Ziel war der Nationalpark um Piha. Wir fuhren eine sehr bergige, enge, nicht enden wollende Straße entlang. Leider waren alle Wanderwege gesperrt, weil die Kauri Bäume von einem Pilz bedroht sind. Deshalb fuhren wir weiter zum Strand von Piha und verbrachten dort einige Zeit. Nach ein paar kürzeren Umwegen durch den neuseeländischen Urwald – der überraschend laut ist – erreichten wir Hahei, wo wir unser Zelt für die Nacht aufschlugen. Wir unternahmen einen Abendspaziergang an den Strand – den dritten an diesem Tag – und genossen abermals die Ruhe und Unberührtheit. Ganz am Ende gab es an herabhängend gewachsenen Bäumen eine Schaukel die wir selbstredend ausprobieren mussten.

Uretiti Beach Strand wienergrün Blog
Uretiti Beach Strand Neuseeland wienergrün Blog
Uretiti Beach Neuseeland wienergrün Blog
Piha Strand Neuseeland wienergrün Blog
Piha Strand wienergrün Blog
Hahei Strand Neuseeland wienergrün Blog
Hahei Strand Neuseeland wienergrün Blog
Hahei Schaukel Strand wienergrün Blog

Cathedral Cove und Avocados

Wir parkten das Auto am Strand und machten uns zu Fuß auf den Weg zur Cathedral Cove, einer kleinen Bucht mit Höhlen. Da wir den Fußmarsch unterschätzt hatten und dementsprechend schlecht vorbereitet waren, bestritten wir ihn in Schlapfen und ohne Wasser. So wurde er anstrengender als erwartet. Doch er lohnte sich, da ich zum ersten Mal barfuß durch den Wald wandern konnte und wir zum Schluss mit einer wirklich eindrucksvollen Aussicht belohnt wurden. Tipp: Am besten so früh wie möglich dort sein. Wir konnten den herrlichen Strand genießen, bevor der Touristenstrom hereinbrach.

Gottesanbeterin wienergrün Blog
Cathedral Cove Bucht Strand Neuseeland wienergrün Blog
Cathedral Cove Bucht Strand Neuseeland wienergrün Blog

Unser nächster Zwischenstopp war der Owharoa Fall in der Nähe von Waihi, einer alten Goldgräberstadt die zum Teil wirklich als Kulisse für einen Western dienen könnte. In Katikati, der Avocadohauptstadt Neuseelands deckten wir uns mit einer großen Menge der grünen Frucht ein. In einem kleinen Gemüseladen baten wir die Verkäuferin, uns das Reifegeheimnis von Avocados zu erklären. Mit hochprofessioneller Expertise konnte sie durch Fühlen der Schale genau sagen, an welchem Tag man welche „Avos“ essen kann. („This one is ready now and this one is ready tonight or tomorrow morning“) In Whakatane angekommen, suchten wir uns einen Campingplatz, bauten unser Zelt auf und verbrachten den restlichen Tag am Strand in Ohope.

Owharoa Falls Wasserfall Waihi Neuseeland wienergrün Blog

Es wird heiß in Wai-O-Tapu

Wir standen früh auf, da eigentlich eine Bootsfahrt zur White Island auf dem Plan stand. Dabei handelt es sich um den größten aktiven Vulkan Neuseelands. Wir mussten auf eine Benachrichtigung bezüglich der Überfahrt zur Insel abwarten. Die E-Mail kam und mit ihr die schlechte Nachricht, dass die Fahrt wegen unsicherer Landungsmöglichkeiten auf der Insel nicht stattfindet. Wir wollten keine Chance ungenutzt lassen und fuhren deshalb zum Büro des Schifffahrtsunternehmens, wo wir uns nach freien Plätzen für den nächsten Tag erkundigten. Leider waren bereits alle Termine der nächsen Tage voll und wir mussten mit großer Enttäuschung die Weiterfahrt antreten.

Für uns ging es also weiter nach Rotoroa wo wir spontan bei Hells Gate stehenblieben und blubbernde Geothermalfelder und den größten, heißen Wasserfall der südlichen Hemisphäre besuchten. Dort kamen wir durch Zufall in den Genuss, einen Haka Tanz zu beobachten. In Wai-O-Tapu besuchten wir zum zweiten Mal an diesem Tag Geothermalfelder in bunten Farben. Das Highlight war der Champagne Pool und ein giftgrüner Silizium-See. Wir übernachteten auf einem Campingplatz mit Zugang zu Thermalpools, die wir gleich ausprobierten. Das von Natur aus warme Wasser war zumindest für Thomas mit teilweise 42 Grad viel zu heiß.

Hells Gate Schlammvulkan Geothermalfelder Neuseeland wienergrün Blog
Champagne Pool Geothermalfelder Wai-O-Tapu wienergrün Blog
Geothermalfelder Wai-O-Tapu wienergrün Blog

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