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Neuseeland Rundreise – Die dritte Woche

Die Milchstraße über dem Mount Cook National Park

Nach einer regenreichen Nacht waren wir froh über die ersten Sonnenstrahlen des Morgens. Notdürftig versuchten wir unsere feuchten Sachen zu trocknen, anschließend fuhren wir weiter zum Wanaka Tree – dem wahrscheinlich berühmtesten Baum Neuseelands, der einige Meter weit vom Ufer alleine im See steht.

Wanaka Tree Neuseeland wienergrün Blog

Nach einer kurzen Pause machten wir uns über den Lindis Pass auf in Richtung Pukaki. Wir fuhren dabei durch eine sehr schöne, mit trockenem Gras überdeckte Landschaft inmitten von Hügeln und Bergen. Nach einer Weile erreichten wir das südliche Ende des Lake Pukaki – einem von Bergen umringten, hellblauen See. Am nördlichen Ende erstreckt sich das Gebirge rund um den Mount Cook.

Lindis Pass Neuseeland Highway South Island Neuseeland wienergrün Blog

In unserem Reiseführer wurde dazu geraten, in Tekapo zu übernachten. Die Stadt sei wenig touristisch und aufgrund der geringen Lichtverschmutzung berühmt für seinen extrem klaren Blick auf die Milchstraße. Da wir uns diesen Anblick auf keinen Fall entgehen lassen wollten, fuhren wir in den kleinen Ort am ebenfalls hellblau leuchtenden, ehemaligen Gletschersee Lake Tekapo. Dort trafen wir allerdings sehr wohl auf viele Touristen und auf Baustellentafeln, die Hotels und Sternwarten ankündigten. Während wir zu der durch Instagram bekannt gewordenen Church of the Good Sheperd spazierten – einer kleinen Kirche am Seeufer des Lake Tekapo – entschieden wir uns gegen eine Übernachtung in dem überfüllten Ort. Wir fuhren die Straße zurück zum Lake Pukaki, dann an dessen Ufer entlang bis an die nördliche Spitze, wo wir einen schönen Campingplatz in einem kleinen Waldstück fanden. Da die letzten bewohnten Orte mehrere Kilometer hinter uns, und nur die neuseeländischen Alpen vor uns lagen, war die Lichtverschmutzung tatsächlich dementsprechend gering und wir durften einen wunderschönen Blick auf den klarsten Sternenhimmel werfen, den wir jemals gesehen hatten. Ganz ohne Menschen und direkt vom Platz aus, an dem wir im Freien schliefen.

Lake Tekapo South Island Neuseeland wienergrün Blog

Der Mount Cook aus der Ferne

Unser Plan für den nächsten Tag war eine kurze Wanderung auf dem Hooker Valley Track. Der Weg ist mit einer Länge von 5 Kilometern und nur 100 Meter Höhenunterschied relativ einfach zu gehen aber definitiv einen Abstecher wert. Man geht über drei teilweise stark schaukelnde Hängebrücken, vorbei an klaren Flüssen durch eine wunderschöne Landschaft. Am Ende des Weges baut sich vor einem Gletschersee mit kleinen schwimmenden Eisbergen der Mount Cook auf – der höchste Berg Neuseelands. Wir waren mit einer ausgiebigen Mittagspause gut 3 Stunden unterwegs.

Mount Cook National Park South Island Neuseeland wienergrün Blog
Mount Cook Neuseeland wienergrün Blog
Mount Cook Neuseeland wienergrün Blog

Unser nächstes Ziel war die im Südosten der Südinsel gelegene Stadt Dunedin. Unterwegs stoppten wir am Moeraki Boulders Beach – einem Strandabschnitt mit ungewöhnlichen, runden Felsen, die mit der Zeit vom Meer freigelegt wurden.

Moeraki Boulders Neuseeland Südinsel wienergrün Blog

Die steilste Straße der Welt

Unser nächstes Ausflugsziel – die Nordspitze der Otago Peninsula – erreichten wir nach einer knapp 4o-minütigen Fahrt über kurvige Straßen. Die Straße endet am Royal Albatros Center, wo wir uns zunächst etwas umsahen. Wir hatten zuvor gelesen, dass auf der Otago Peninsula viele Pinguine leben, die jedoch erst am späten Nachmittag oder vor Sonnenuntergang an Land kommen. Wir waren an diesem Tag leider viel zu früh dran und sahen lediglich ein paar Albatrosse über unsere Köpfe kreisen, sowie eine Handvoll Seelöwen faul auf den Steinen am Strand liegen. Im Zentrum selbst befindet sich eine Ausstellung über die Tiere in der Umgebung. Erschreckend empfanden wir eine Installation, bei der der Mageninhalt eines toten Albatros‘ (der vom Aussterben bedroht ist) ausgestellt war. Es befanden sich Unmengen von Plastik in seinem Magen.

Otago Peninsula Neuseeland Südinsel wienergrün Blog
Seelöwe Neuseeland Südinsel wienergrün Blog

Wir fuhren zurück nach Dunedin um uns die Baldwin Street anzusehen, die steilste Straße der Welt. Die nur 350 Meter lange Straße hat eine Steigung von 35% und sieht von unten relativ furchteinflößend aus. Es fuhren tatsächlich auch Autos mit angestrengt dröhnenden Motoren die Straße auf und ab, während wir uns zu Fuß hinauf plagten.

Baldwin Street Neuseeland Südinsel wienergrün Blog
Baldwin Street Neuseeland Südinsel wienergrün Blog
Baldwin Street Neuseeland Südinsel wienergrün Blog

Wir verließen die Stadt in Richtung Norden nach Oamaru, wo wir noch einmal unser Glück für eine Pinguinsichtung versuchen wollten. Im Blue Penguin Science Center solle man täglich Pinguine bei der Rückkehr vom Meer beobachten können, hieß es. Uns kam der Ort, mit seinen für Zuschauer gebauten Tribünen links und rechts des „Pinguin-Weges“ in der kleinen Bucht etwas befremdlich vor, weshalb wir gerne darauf verzichteten. Dort konnten wir jedoch zumindest einen kurzen Blick auf ein Pinguinjunges werfen, das sich in seinem Nest sichtlich wohl fühlte.

Wir informierten uns schließlich im Reiseführer über eine andere Stelle in der Nähe – dem Bushy Beach – an dem Yellow Eyed Penguins an Land kommen. Der direkte Strandzugang ist dort ab 15:00 Uhr gesperrt, damit die Pinguine ungestört aus dem Wasser kommen können. Es gibt zwei Unterstände in „sicherer“ Entfernung und sogar einen Aufpasser. Wir konnten jedoch nur Seelöwen am Strand und im Wasser beobachten. Pinguine leider nicht. Nach fast einer Stunde gaben wir auf und suchten in Timaru einen Campingplatz für die Nacht.

Bushy Beach Seelöwen am Strand Südinsel Neuseeland wienergruen Blog

Christchurch – die bewegte Stadt

Am nächsten Tag ging es weiter nach Christchurch, wo wir uns gleich nach der Ankunft einen Campingplatz suchten und danach in das Stadtzentrum spazierten. Uns fiel direkt die Vielseitigkeit und „Buntheit“ der Stadt auf, mit ihren vielen Parks und der gemischten Architektur. Egal an welcher Ecke man stehen bleibt, es sieht überall anders aus. Man sieht der Stadt auf jeden Fall ihre jüngere Geschichte an. Christchurch wurde von mehreren Erdbeben, vor allem in den Jahren 2010 und 2011, schwer beschädigt. Diese Katastrophen haben ein kollektives Trauma hinterlassen und die Folgen sind immer noch überall in der Stadt sichtbar. Es gibt allerorts alte und neue, mehr oder minder in Mitleidenschaft gezogene Gebäude mit Gerüsten und Stützpfeilern, an denen gerade gearbeitet wird, oder deren Einsturz verhindert werden soll. Leere Flächen werden dabei für alternative Projekte oder „Pop-Up“-Parkplätze genutzt.

Christchurch Neuseeland Südinsel wienergrün Blog
Christchurch Neuseeland Südinsel wienergrün Blog
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Wir besuchten am Nachmittag die Quake City – ein Museum das die Geschichte der Erdbeben in Neuseeland zeigt. Einen besonderen Eindruck hat die nach fast 10 Jahren immer noch schwer beschädigte Kathedrale hinterlassen. Einen Tag nach unserer Abreise sollte die Stadt durch eine hasserfüllte Tat aufs Neue erschüttert werden.

Christchurch Neuseeland Südinsel wienergrün Blog
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Der letzte Tag in Auckland

In Christchurch gaben wir problemlos unser Auto zurück und flogen zirka 1,5 Stunden nach Auckland zurück, von wo aus wir schließlich am nächsten Tag über Hong Kong und Frankfurt zurück nach Wien fliegen sollten. Den letzten Tag unserer Neuseelandreise verbrachten wir in Auckland, genauer gesagt in der Karangahape Road. Dort stießen wir auf sehr viele Second Hand Shops und aßen Burger. Wir spazierten weiter die Ponsonby Road (die Hauptstraße des gleichnamigen aufstrebenden Bezirks) entlang. Für den Rückweg zum Hotel am Flughafen buchten wir per Uber eine Fahrt bei Bob – einem ehemaligen Trucker, der uns bei einem sehr amüsanten Gespräch erklärte, dass er niemals selber Uber als Fahrgast nutzen würde, da es in Neuseeland viel zu viele verrückte und unfähige Autofahrer gäbe. Thanks Bob!

Auckland Neuseeland wienergrün Blog

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